Die rote Vogelmilbe – ungeliebte Untermieter im Hühnerstall

Wohl kaum ein Hühnerhalter, der auf kurz oder lang nicht mit den kleinen Quälgeistern im Hühnerstall konfrontiert wird. Wie Sie die Parasiten loswerden und Präventionsmaßnahmen.rote vogelmilbe huhn

Die rote Vogelmilbe ist ein Parasit, der sich von Blut ernährt. Zum Leidwesen von uns Hühnerhaltern zählt das Blut von Hahn und Henne zu den Lieblingsspeisen der kleinen Blutsauger. Neben verschiedenen Wildvögeln sind Hühner besonders häufig betroffen. Kaum größer als ein Sandkorn sind die unliebsamen Untermieter mit dem bloßen Auge gerade noch so zu erkennen. Die Vogelmilbe tritt in der Regel in der Mehrzahl auf. Ein weiteres untrügsames Zeichen ist der rot schimmernde Körper, der durch das aufgesaugte Blut entsteht.

Vogelmilben erkennen

Eine gute Methode, um einen Milbenbefall festzustellen geht wie folgt: Legen Sie ein weißes Tuch über Ihren Hühnerstall. Finden Sie am nächsten morgen schwarze bis graue oder rötliche Punkte auf dem Tuch, deutet dies auf Vogelmilben hin. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Sitzstange mit weißem Klebeband zu umwickeln. Sollten sich am nächsten Tag die bereits erwähnten Punkte darauf befinden, ist dies ein relativ eindeutiges Zeichen.

Schnelles Handeln

Sollten Sie einen Milbenbefall feststellen, gilt es keine Zeit zu verlieren. Denn die kleinen Biester sind alles andere als harmlos. Vogelmilben lösen Juckreiz und Entzündung bei Ihrem Geflügel aus. Der dadurch entstehende Stress schwächt das Immunsystem und macht die Tiere anfällig für zusätzliche Krankheiten. Befallene Vögel kratzen sich mit ihren Schnäbeln und verletzen sich selbst. Hautpartikel und Gefieder lösen sich nach und nach ab. Küken und Jungvögel können schon bei relativ geringem Befall durch den ständigen Blutverlust sterben.

Doch nicht nur Ihre Hühner sind in Gefahr, sondern auch ihr Besitzer. Zwar ernährt sich die rote Vogelmilbe vorzugsweise von Vogelblut, doch es gibt durchaus Fälle, in denen die Parasiten auf sogenannte Fehlwirte wie den Menschen überspringen. Es kommt zur sogenannten Vogelhalterkrätze.

Maßnahmen

Da die rote Vogelmilbe ihre Eier nicht auf dem Wirt sondern in Schlupfwinkeln ablegt, gilt es ihren Hühnerstall gründlich zu reinigen. Denn was bringt es, wenn Sie die Elternparasiten töten, wenn in wenigen Tagen deren Nachkommen schlüpfen? Hier haben wir die effektivsten Mittel zur Bekämpfung der roten Vogelmilbe einmal aufgeführt.

  • Bestreichen der Unterseite der Sitzstangen mit Pflanzenöl. Das Öl verstopft die Poren der Vogelmilbe und erstickt sie
  • Pestizide in Pulverform. Hierbei hat sich das sogenannte Ivermectin als besonders wirksam erwiesen.
  • Kieselgur: Dabei handelt es sich um ein Verstäubemittel, das den Chitinpanzer und die Atmungsorgane der Milben verstopft und die Tiere so tötet
  • Doppelseitiges Klebeband an den Enden der Sitzstange verhindert, dass die Milben in die Schlupfwinkel der Hühner wandern

Prävention

Die beste Maßnahme besteht natürlich immer noch darin, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Und auch wenn Sie von einem Befall betroffen waren, möchten Sie sich sicherlich in Zukunft gegen ein erneutes Auftreten der roten Blutsauger wappnen.

Eines jedoch vorab: Das Auftreten oder Nichtauftreten der roten Vogelmilbe können Sie als Hühnerhalter nur bedingt beeinflussen. Kommt es zu einem Befall, muss das keinesfalls heißen, dass Sie etwas falsch gemacht haben. Ebenso wenig deutet das Auftreten zwingend auf eine mangelnde Stallhygiene hin. Die Vogelmilbe wird durch Wildvögel von einem zum nächsten Wirt übertragen. Und der Kontakt ihrer Hühner zu Wildvögeln lässt sich kaum vermeiden.

Trotz aller Prävention, kann ein Befall mit der roten Vogelmilbe also nicht 100%ig ausgeschlossen werden. Sie können die Wahrscheinlichkeit eines Milbenbefalls jedoch durch einige Maßnahmen senken.

Dazu gehört, dass Sie den Hühnerstall regelmäßig reinigen – je nach Anzahl der Tiere einmal wöchentlich oder zweimal im Monat. Halten Sie dabei gezielt Ausschau nach kleinen roten Punkten. Eine Früherkennung kann Schlimmeres verhindern. Wenn Sie die Milben rechtzeitig bekämpfen haben ihre Hühner gute Chancen ganz ohne Symptome davonzukommen.

Eine weitere Präventionsmaßnahme beginnt bereits beim Bau bzw. Kauf des Hühnerstalles. Milben lieben dunkle Schlupfwinkel. Achten Sie, wenn Sie Ihren Hühnerstall kaufen deshalb darauf, ein Modell zu wählen, welches Vogelmilben wenig Möglichkeiten zum Verstecken gibt.

Wer Kieselgur van Anfang an für die Stallpflege verwendet und es beispielsweise über die Kalkputzschicht aufbringt, der hat gute Chancen von der kleinen Plagegeistern verschont zu bleiben. Ein weiterer Vorteil von Kieselgur: Es ist für Mensch und Tier völlig unbedenklich und ökologisch absolut vertretbar.

Ein weiteres bewährtes Mittel -und ebenfalls völlig ökologisch- ist das Aufhängen von Farn- und Wallnussbündel im Hühnerstall.

Fazit

Auch wenn es kein Allheilmittel gibt: Wer all diese Tipps berücksichtigt, erhöht der Wahrscheinlichkeit, von einem Milbenbefall im Hühnerstall verschont zu bleiben, ganz enorm. Sollte es dann doch einmal so weit kommen, zählt schnelles Handeln. Durch eine schnelle Reaktion bleiben den Tieren größere Schäden meist erspart.